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Kognitive Verhaltenstherapie für das gesamte Behandlungsspektrum, Spezialisierung in Traumatherapie

Traumafolgestörungen
Traumafolgestörungen

Nach einem traumatischen Erlebnis können verschiedene psychische Störungen entstehen:

Posttraumatische Belastungsstörung 

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist gekennzeichnet durch drei Kernsymptome: Sich aufdrängende Erinnerungen an das Ereignis mit Hier-und-Jetzt-Qualität, einer dauerhaften Übererregung mit Schreckhaftigkeit oder Gereiztheit, und einem daraus resultierenden Vermeidungsverhalten. Die gute Nachricht ist, dass die PTBS eine Erkrankung ist, die sich gut behandeln lässt. Mühsam kann jedoch sein, dass es meist einige Zeit dauert. Denn für eine erfolgreiche Behandlung braucht es eine tragfähige, sichere therapeutische Beziehung, jede Menge Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit Symptomen und Emotionen umgehen zu können und einiges an Durchhaltevermögen. Gemeinsam geht es also zuerst darum, diese Fähigkeiten und Fertigkeiten aufzubauen und den Selbstwert zu stärken, um dann detaillierter Hinsehen zu können. Mit Hilfe einer Traumakonfrontation kann man dann dabei helfen, dass die Erinnerung an die traumatischen Situationen verarbeitet werden können und nicht mehr unkontrolliert in das Bewusstsein drängen. Ich habe sehr positive Erfahrungen mit IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy) nach Mervyn Schmucker gemacht, sowie mit EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing Therapy) nach Francine Shapiro. In meiner Schatzkiste liegen jedoch noch weitere Verfahren wie die Bildschirmtechnik (Michaela Huber), Expressives Schreiben (James Pennebaker), sowie Elemente aus der Narrativen Expositionstherapie nach Maggie Schauer. Welches Verfahren schließlich zum Einsatz kommt wird im therapeutischen Prozess gemeinsam entschieden. 

 

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung

Manchmal hinterlässt ein Trauma noch tiefere Spuren. Vor allem dann, wenn es sich nicht um ein einziges Ereignis, sondern um mehrere Traumata handelt, die möglicherweise noch früh begonnen und lang angedauert haben. Das verändert den Blick auf die Menschen um uns herum und auf die Welt, in der wir leben. Nach schwerwiegenden Traumata, meist verursacht durch andere Menschen, kann es dazu kommen, dass sich ein überdauerndes Misstrauen entwickelt und die Welt generell als feindselig betrachtet wird. Hinzu kommen häufig Gefühle wie Leere und Hoffnungslosigkeit, der Wunsch, sich so weit wie möglich zurückzuziehen und ein anhaltendes Gefühl von Bedrohtsein und Entfremdung. 

Dissoziative Störungen, Dissoziative Identitätsstörung

Die Dissoziation kann im Allgemeinen als Bewältigungsversuch der Seele verstanden werden und beinhaltet eine große Fülle an Phänomenen. Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Dissoziation das Gegenteil von Assoziation ist, also eine Abspaltung und keine Verknüpfung. Nahezu jeder Mensch kennt die Alltagstrance, oder die Autobahn-Hypnose. Wir stehen vorm Kühlschrank und wissen nicht mehr, was wir wollten, oder können uns, in der Arbeit angekommen, nicht mehr erinnern, wie die Strecke heute zu fahren war. Dissoziation wird dann zum Problem, wenn Sie sich "verselbständigt". Dann erleben Betroffene, dass sie wegdriften, nicht mehr auf Ansprache reagieren, sich losgelöst und entfremdet fühlen, auch weisen viele Erinnerungslücken auf. In schwerer Ausprägung kann es sogar zu Krampfanfällen und der dissoziativen Identitätsstörung kommen, bei der eine mangelnde Integrationsfähigkeit des Bewusstseins in den Bereichen Gedächtnis, Wahrnehmung und Identität vorliegt. Betroffene haben das Erleben von unterschiedlichen Selbstzuständen oder Identitäten, die für sie eine wahrgenommene Autonomie aufweisen. In diesem Zusammenhang kommt es häufig zu Amnesien. 

Angststörungen
Angststörungen

Angststörungen sind die häufigsten psychischen Erkrankungen. Angst vor realen Bedrohungen ist sinnvoll, denn die körperlichen Ausdrucksformen der Angst sollen den Körper auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion vorbereiten, während die psychischen Ausdrucksformen das Individuum schützen, indem Gefahrensituationen oder mit erhöhter Wachsamkeit durchgestanden werden. Bei pathologischer Angst kommt es zu übertriebenen, urealistischen oder auch grundlosen Reaktionen. Oft ist es gar nicht so einfach zwischen angemessener und pathologischer Angst eine klare Grenze zu ziehen. Folgende Angststörungen werden unterschieden:

 

Panikstörung und Agoraphobie

Bei Panikattacken handelt es sich um plötzlich auftretende Angstanfälle mit den körperlichen Ausdrucksformen der Angst (Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag, Schwitzen, Zittern, Beben, Mundtrockenheit, Atemnot, Erstickungsgefühl, Enge im Hals, Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust, Übelkeit oder Bauchbeschwerden, Schwindel-, Unsicherheit-, Ohnmachts- oder Benommenheitsgefühle, Gefühl, dass Dinge unwirklich sind (wie im Traum) oder dass man selbst »nicht richtig da« ist, Hitzewallungen oder Kälteschauer, Taubheits- oder Kribbelgefühle) sowie der Angst, die Kontrolle zu verlieren, »wahnsinnig« oder ohnmächtig zu werden und der Angst zu sterben.

Diese Panikattacken treten plötzlich auf und nehmen während ca. 10 Minuten an Stärke zu. Die Panikattacken können aus heiterem Himmel auftreten – in der Mehrzahl der Fälle ist jedoch die Panikstörung mit einer Agoraphobie verbunden.

Bei der Agoraphobie mit Panikstörung tritt zu den beschriebenen Panikattacken die Angst vor Orten hinzu, an denen im Falle des Auftretens einer Panikattacke eine Flucht schwer möglich wäre oder peinliches Aufsehen erregen würde. Am häufigsten treten Angstanfälle in Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder in engen Räumen (z.B. Fahrstühlen) auf. Angst vor dem Alleinsein ist ebenfalls häufig. Die Anwesenheit von Begleitpersonen reduziert die Angst.

Generalisierte Angststörung

Auch hier leiden Betroffene unter den körperlichen Ausdrucksformen der Angst (Zittern, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, Muskelverspannungen usw.) sowie unter Konzentrationsstörungen, Nervosität, Schlafstörungen und anderen psychischen Symptomen. Im Gegensatz zur Panikstörung treten diese Symptome allerdings nicht gleichzeitig in Form eines Anfalls, sondern in wechselnder Kombination als unterschwelliger Dauerzustand auf. Häufig fällt es schwer, anzugeben, wovor man eigentlich Angst haben. Die Patient:innen werden aber auch durch ständige Sorgen gequält, z.B. dass ihnen oder ihren Verwandten Unfälle zustoßen oder sie erkranken könnten. Zudem machen sich die Patient:innen meistens Sorgen über ihre permanente Besorgtheit (»Meta-Sorgen«).

Soziale Phobie

Betroffene einer sozialen Phobie haben vor Situationen Angst, in denen sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, z.B. haben sie Angst vor dem Sprechen in der Öffentlichkeit, vor Vorgesetzten, Behördengängen, Kontakten mit möglichen Beziehungspartner:innen und anderen Situationen. Dabei befürchten sie, sich peinlich oder ungeschickt zu verhalten oder negativ bewertet zu werden.

Spezifische Phobie

Hierbei beschränkt sich die Phobie auf einzelne, umschriebene Situationen, die sich meistens auf Gegebenheiten der Natur beziehen (z.B. Spinnenphobie, Blutphobie oder Höhenangst).

Depressive Störungen
Depressive Störungen

Depressionen sind psychische Störungen, die durch einen Zustand deutlich gedrückter Stimmung, Interessenverlust und Antriebsminderung über einen längeren Zeitraum gekennzeichnet sind. Damit verbunden treten häufig verschiedenste körperliche Beschwerden auf. Betroffene sind durch ihre Erkrankung meist in ihrer gesamten Lebensführung beeinträchtigt. Es gelingt ihnen nicht oder nur schwer, alltägliche Aufgaben zu bewältigen, sie leiden unter starken Selbstzweifeln, Konzentrationsstörungen und Grübelneigung. Depressionen gehen  mit hohem Leidensdruck einher, da diese Erkrankung in zentraler Weise das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl von Patienten beeinträchtigt. Das Risiko im Laufe des Lebens an einer Depression (alle Formen) zu erkranken (das nennt man Lebenszeitprävalenz) liegt national wie international bei 16 bis 20%. 

Persönlichkeitsstörungen
Persönlichkeitsstörungen

Jeder Mensch hat seine ganz eigene und unverwechselbare Art und Weise zu denken, zu fühlen, wahrzunehmen und auf die Außenwelt zu reagieren. Die individuellen menschlichen Eigenarten stellen eine einzigartige Konstellation von Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen dar, die man als Persönlichkeit bezeichnet.

Persönlichkeit und Persönlichkeitseigenschaften eines Menschen sind Ausdruck der für ihn charakteristischen Verhaltensweisen und Interaktionsmuster, mit denen er gesellschaftlich-kulturellen Anforderungen und Erwartungen zu entsprechen und seine zwischenmenschlichen Beziehungen auf der Suche nach einer persönlichen Identität mit Sinn zu füllen versucht. (Fiedler & Herpertz, 2016)

Persönlichkeitsstörungen sind komplexe Störungen des zwischenmenschlichen Beziehungsverhaltens. Unter Persönlichkeitsstörungen werden vor allem sozial unflexible, wenig angepasste und im Extrem normabweichende Verhaltensauffälligkeiten verstanden, die wesentliche Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit verursachen, sei es im privaten oder beruflichen Bereich. Dadurch kommt es meistens zu einem hohen Leidensdruck. 

Selbstverständlich geht es hier in der Therapie nicht darum, die betroffenen Personen von ihrer Persönlichkeit zu heilen, sondern die interaktionellen Schwierigkeiten zu reflektieren, zu lernen Emotionen zu regulieren und wieder ein flexibleres Denken und Handeln zu ermöglichen. 

Körperdysmorphe Stöung und Essstörungen
Körperdysmorphe Störung 

Sie wurde früher auch Dysmorphophobie genannt, was aus dem Altgriechischen stammt und so viel bedeutet wie "Missgestaltungsfurcht". Betroffene Personen leiden sehr unter einem von ihnen wahrgenommenen Makel in ihrem äußeren Erscheinungsbild. Es wird viel unternommen, um diesen Makel zu verstecken, die Gedanken kreisen ständig um das Aussehen. Viele Blicke in den Spiegel zur Überprüfung, ein extrem hohes Maß an Körperpflege oder Vergleiche mit anderen Personen bestimmen das Verhalten. Das führt zu einem extrem hohen Leidensdruck, häufig verbunden mit Ängsten, unter Menschen zu sein, oder einem generellen sozialen Rückzug. Bisher ist die Datenlage sehr dünn, es gibt jedoch erste Belege für die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie bei der Behandlung der KDS. 

Anpassungsstörungen
Anpassungsstörungen

Eine Anpassungsstörung kann die Folge von belastenden, kritischen Lebensereignissen sein, wie beispielsweise ein Umzug, eine Trennung, ein Todesfall, ein Arbeitsplatzverlust und vieles weiteres. Es handelt sich also um plötzliche Brüche, die eine Neuorientierung in der Welt notwendig machen. Diese Neuorientierung kann überfordernd sein und eine vorübergehende Störung, nämlich die Anpassungsstörung verursachen. Sie dauert in der Regel nicht länger als 6 Monate, führt jedoch zu einem hohen Leidensdruck und ist ein häufiger Anlass eine psychotherapeutische Behandlung aufzusuchen.  

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